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Wasserstoff: Bedeutung für Energiewende und Wirtschaftskreislauf zunehmend im Fokus


Das Thema Wasserstoff gewinnt in der energiepolitischen Debatte in Berlin zusehends an Bedeutung;  eine Wasserstoffstrategie der Bundesregierung wird für Mitte 2019 erwartet.

So organisierte der Weltenergierat Deutschland zusammen mit der niederländischen Botschaft am 19.03. die Veranstaltung „Die zukünftige Rolle von Wasserstoff im Wirtschaftskreislauf“. Auch die Landesvertretung von Niedersachsen reihte sich mit ihrem parlamentarischen Abend unter dem Titel "Wasserstoff für eine erfolgreiche Energiewende“ am 02.04. thematisch ein.

Am 19.03. stellte Prof. Jan Willem Velthuijsen, PwC Niederlande, die 2018 veröffentlichte Studie „Hydrogen: Industry as Catalyst – Accelerating the decarbonisation of our economy to 2030“ vor. Sie beschäftigt sich mit der Rolle sowohl „grünen“ als auch „blauen“ Wasserstoffs in der Dekarbonisierung der Industrie: Sollte Wasserstoff heute bereits nicht elektrifizierbare Industrieprozesse dekarbonisieren, so sei dafür „blauer“ Wasserstoff (aus Dampfreformierung + CCS) als Zwischenlösung einzusetzen, bis grüner Wasserstoff aus EE spätestens 2050 den Bedarf decken kann.

In der Podiumsdiskussion warb Noé van Hulst, Wasserstoffgesandter im niederländischen Wirtschaftsministerium, für eine politische, unternehmerische und technische Zusammenarbeit zwischen D und NL, wie sie bereits bei Projekten wie ElementEins unter Beweis gestellt werde.

Marc Bonaldo Fuolega, Referatsleiter Energiewende in der Mobilität, Kraftstoffmärkte im BMWi (II B 4), verwies indes hierzu auf die noch fehlende Wasserstoffstrategie der Bundesregierung. Dr. Carsten Rolle, Geschäftsführer des Weltenergierates Deutschlands, merkte hierzu an, dass die Erarbeitung der Strategie mit dem aktuellen Dialogprozess Gas 2030 des BMWi verknüpft werden könne.

Der parlamentarischen Abend der Landesvertretung Niedersachsens in Berlin am 02.04. unter dem Titel "Wasserstoff für eine erfolgreiche Energiewende“ zeigte das besondere Engagement des Bundeslandes für dieses Thema: Das Land hat bereits 2018 eine niedersächsische Wasserstoffstrategie angekündigt und von der Bundesregierung eine Gesamtstrategie gefordert.

Der niedersächsischen Umwelt- und Energieminister Olaf Lies (SPD) nutzte seinen Eröffnungsbeitrag, um Niedersachsen am Beispiel der Produktion des Wasserstoffzuges Coradia iLint (Alstom) in Salzgitter als Pionier der Wasserstoffwirtschaft darzustellen. Lies betonte die Notwendigkeit, Strom- und Gassektor stärker zu koppeln. Beispielhaft nannte er hierfür die industriell skalierten Projekte ElementEins (PtG-Projekt von TenneT, GasUnie und ThyssenGas) und hybridge (PtG-Projekt von Amprion und OpenGrid) in Niedersachsen.

 
Studie "Hydrogen: Industry as Catalyst..."
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Klimapolitik: BDI fordert 80%+X-Ziel / BMU-Entwurf zu Klimaschutzgesetz umstritten


Der hochkarätig besetzte BDI-Klimakongress am 04.04. in Berlin knüpfte unter dem Motto „Von den Klimapfaden zur Strategie: nationale und internationale Perspektiven“ an die 2018 erschienene „Klimapfade“-Studie des BDI an, die - auch unter Mitwirkung des SET - Umsetzbarkeit und Kosten von 80% bzw. 95%-THG-Minderungen untersucht hatte.
 
BDI-Präsident Dieter Kempf stellte zu Beginn des Kongresses fest, dass ein Minderungsszenario von 95%  realitätsfern sei. Ein realistisches 80%+X-Ziel erfordere bereits ein optimales Energiewende-Management und Durchbrüche bei Entwicklung neuer und Akzeptanz bestehender Klimaschutztechnologien. 
 
CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer stellte die Ablehnung des bestehenden BMU-Referentenentwurfs zu einem Klimaschutzgesetz durch große Teile der Unionsbundestagsfraktion klar. Sie wandte sich gegen ein eigenständiges Klimaschutzgesetz und stellte einzelne rechtliche Regelungen in Form eines Artikelgesetzes bis Ende 2019 in Aussicht.
 
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Bundesregierung: Klimakabinett  / BMF: „Energiekonzept 2038“


Am 14.04. trat das „Klimakabinett“ als neues klimapolitisches Instrument der Bundesregierung erstmals zusammen. Das Klimakabinett ist ein Regierungsausschuss unter Leitung der Bundeskanzlerin, der auf Ministerebene die klimapolitisch relevanten Ressorts umfasst: Neben BMWi und BMU die Ministerien für Finanzen, Verkehr, Landwirtschaft und Inneres (Gebäudesektor). Bis zur kommenden Sitzung am 25.05. sollen die Ressorts erste Maßnahmenpläne zum Klimaschutz für die betreffenden Sektoren erarbeiten. Für den 17.07. und den 28.08. sind zwei weitere Klimakabinettstermine geplant. 
 
Im Vorfeld der Sitzung hatte das Bundesfinanzministerium bereits ein eigenes „Energiekonzept 2038“ ausgearbeitet. „Maßgebend“ für die künftigen Maßnahmen seien die Vorgaben des Klimaschutzgesetzentwurfes des BMU. Bei dem Papier, das dem SET vorliegt, handelt es sich insgesamt um eine tour d´horizon zu den gegenwärtigen Herausforderungen der Energie- und Klimapolitik. Es benennt als wichtige Felder für die einzelnen Sektoren neben dem Netzausbau und der Integration weiterer EE vor allem eine langfristige Perspektive für Kraft-Wärme-Kopplung, eine Reform der Abgaben- und Umlagensystematik zur Integration von PtX und die Vorbereitung einer Wasserstoffinfrastruktur.
 
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Struktur- und Forschungsförderung: Strukturförderungsgesetz / Aufstockung Mittel Reallabore


Derzeit kursiert in Erwartung eines Referentenentwurfes für ein Maßnahmegesetz ein Eckpunktepapier des Bundeswirtschaftsministeriums zu einem „Strukturförderungsgesetz Kohleregionen“. Das Papier, das dem SET vorliegt, hinterlegt für die betroffenen Reviere und Regionen Leitbilder, ein Sofortprogramm mit einem Finanzvolumen von 240 Mio. € sowie ein „Strukturförderungsgesetz Kohleregionen“.
 
Dieses Gesetz soll als Mantelgesetz ausgestaltet werden und ein „Investitionsgesetz Kohleregionen“ beinhalten, das für die Förderung der Kohleregionen bis 2038 ein Volumen von 14 Mrd. € aufweist. Zugleich soll zur Begleitung des strukturpolitischen Prozesses ein beratendes Koordinierungsgremium mit jeweils einem Vertreter der fünf Kohlebundesländer und einem Vertreter des Bundes unter Vorsitz des BMWi eingerichtet werden.
 
In dem Eckpunktepapier ist zudem eine Aufstockung der Forschungsinitiative Reallabore der Energiewende  von 2020 bis 2023 i.H.v. von 120 Mio. € vorgesehen (set-aktuell 01+02/2019 berichtete).
 
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PtX: Power to X-Allianz präsentiert Markteinführungsprogramm


Die Power to X-Allianz, eine Initiative von u.a. Audi, bp, DVGW, GP Joule, uniper und VDA, hat am 11.04. ein Markteinführungsprogramm für Power-to-X vorgestellt. Ziel des Programms ist, für den Betrieb von PtX-Anlagen durch eine „Aktivierung der Skalierungspotenziale den noch notwendigen Schritt in die Wirtschaftlichkeit dieser Technologien zeitnah“ zu ermöglichen. 
Das Programm empfiehlt konkret:
 
  • eine Gleichstellung von PtX mit anderen Klimaschutztechnologien bspw. durch die Anrechnung auf die PKW-Flottenemissionen, die energetische Quotenverpflichtung bei Treibstoffen oder die THG-Minderungsquote für erneuerbare Kraftstoffe,
  • eine zeitliche und volumenmäßige Begrenzung eines Markteinführungsprogramms. So ist ein maximales Ausschreibungsvolumen von 5 GWel anvisiert; jährlich sollen 1 GWel gefördert werden. Bei Unterschreiten der Zielmarke soll die Differenz aufs Folgejahr übertragen werden können.
  • Maßnahmen, um die Wirtschaftlichkeit von PtX-Anlagen sicherzustellen, wie bspw. durch eine Begrenzung auf 4380 Volllaststunden p.a. oder die Befreiung von sämtlichen Letztverbraucherentgelten.
  • einen Programmzeitraum von 2021 bis 2025 mit einer Zuwendungsdauer von 12 Jahren für die bezuschlagten Anlagen,
  • einen CO2-basierten Innovationsbonus  in € je vermiedener t CO2,
  • ein Ausschreibungsmodell,
  • eine Evaluation, die nach spätestens zwei Jahren vorgesehen ist.  
 
Markteinführungsprogramm
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„Atomausstieg weltweit - utopisch oder logisch?“


Am 11.03.2019 fand die Konferenz zum Thema „Atomausstieg weltweit-utopisch oder logisch?“ der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag statt.  
Fraktionsvorsitzender Anton Hofreiter und Sylvia Kotting-Uhl (Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit) betonten bei der Eröffnung die Notwendigkeit eines beschleunigten Atomausstiegs. Deutschland müsse dabei vor allem Frankreich die Hand reichen. Die energiepolitische Sprecherin Julia Verlinden betonte, mit der Stilllegung, dem Rückbau von Anlagen mit hochradioaktiven Strahlabfällen und der Endlagerung radioaktiver Abfälle stünden noch zu bewältigende Herausforderungen bevor.
 
Ein Vertreter der chinesischen Botschaft gab einen Überblick über den Stand der Atomenergie in China. Kernkraft spiele als saubere und grüne Energiequelle eine wichtige Rolle in der Optimierung der Energiestruktur und der Erreichung einer grünen und nachhaltigen Entwicklung. China plant, die Kapazität seiner Kernkraftwerke bis 2020 auf rund 88 GW zu steigern.
 
Valerie Faudon von der SFEN (société française d'énergie nucléaire) betonte die Effizienz und Emissionsfreiheit der Kernkraft. Gleichzeitig werde sich der Stromverbrauch in den nächsten Jahren tendenziell verdoppeln. Laut IEA-Statistik habe Kernkraft zudem seit 1970 60 Mio t CO2-Emissionen vermieden.
 
Franz Untersteller, Umwelt- und Energieminister von Baden-Württemberg, widersprach Faudon. CO2-Minderungen dürfe man nicht mithilfe Kernkraft erreichen. Stattdessen seien erneuerbare Energien konsequent auszubauen, deren Stromentstehungskosten zunehmend sänken. Daher seien die richtigen Rahmenbedingungen für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien zu schaffen.
 

 
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